Sehenswert
Wer genau schaut, der entdeckt!
Was wir unter der Rubrik “Sehenswert” zeigen und erklären, ist nur eine kleine Auswahl. Die Auflistung der sehnswerten Dinge ist nicht vollständig und schon gar nicht mit einer Reihenfolge gewertet. Da ist noch SO viel übrig vom Ganzen. Aber genau deswegen möchten wir zum ENTDECKEN unserer Heimat offline einladen.
Unser Türk - unser Wahrzeichen - unsere Geschichte
Vorab: Wenn wir von unserem Türk reden, dann meinen wir das Fördergerüst am Türkschacht. Das 1987 errichtete eiserne Fördergerüst ist das wohl älteste noch erhaltene Stahlfördergerüst des erzgebirgischen Bergbaus. Der Türk jedenfalls ist unser Zschorlauer Wahrzeichen.
Das Fördergerüst wurde zusammen mit einer Dampfgöpelanlage gefertigt. Eine wechselvolle Geschichte liegt hinter dem Schacht, dem Göpel und dem Fördergerüst. Bis 1913 wurde auf einer Länge von 107 Metern ein großer Kobalt - Wismut - Erzgang voll hochwertigem Erz abgebaut. Anschließend folgte nur noch sporadischer Bergbau. 1931 leider wurde der Pferdegöpel abgerissen.
Bergbauinteressierte können sich gern tief in die Geschichte einlesen. Umfangreiche Dokumentationen sind in unserem Buch “800 Jahre Zschorlau” zu finden. Im Kommunalarchiv liegen zur Einsichtnahme zahlreiche Belege und Schriften zum Bergbau in Zschorlau.
Barocke Bilderdecke mit bewegter Geschichte in der Ev.-Lv.-Luth. Kirche
Wer Zschorlau besucht, sollte unbedingt einen Besuch in unserer Ev.-Luth. Kirche einplanen.
Sehenswert ist nicht nur die Sallkirche im Ganzen, an der ab etwa 1600 ständig gebaut wurde, sondern besonders erwähnenswert ist eine barocke Holzfelderdecke.
1660 hatte Johann Steinherr aus Schneeberg biblische Szenen aus dem Neuen und Alten Testament und Portraits von Heiligen und Propheten gemalt. Das Kunstwerk wurde 220 Jahre später überputzt. Die Überlieferung, dass die bemalte Decke existierte, gab es durchaus. Es sollte bis 1970 dauern, dass beim Umbau der Orgel Teilabschnitte des Gemäldes entdeckt wurden. Scheinbar aber war das nicht Anlass genug, weitere Schritte für eine Freilegung zu veranlassen. Im Jahr 2000 wurden bei Arbeiten am Glockenturm erneut Teile des Gemäldes entdeckt. Und endlich, so kann man sagen, wurde sich der Sache angenommen. Ein Bild wurde auf Probe restauriert. Der damalige Pfarrer Tilo Kirchoff schrieb ein bedeutendes Kapitel Kirchengeschichte. Er glaubte daran, die komplette Decke restaurieren zu lassen und kämpfte trotz Zweifler für die Umsetzung des Vorhabens. Pro Bild standen ca. 3000 Euro Restaurationskosten im Raum. Insgesamt sind es 58 Einzeltafeln und ein deckenbegleitendes Schriftband. Die vorhandenen Tafelteile wurden auf dem Dachboden zwischengelagert. Pfarrer Tilo Kirchhoff war es, der den größten Teil von hunderten von Brettern, Bruchstücken und Spänen den entsprechenden Bildtafeln zuordnete.
Dank der eingegeangenen Spenden und Unterstützungsleistungen konnte eine Restauratorengemeinschaft ihre Arbeit beginnen und die Bilderdecke wurde 2004 feierlich der Öffentlichkeit übergeben.
Unsere Kanzel - ein Aussichtsfelsen
Unsere Kanzel, auch Albernauer Kanzel bzw. Hoher Fels genannte, ist einer der schönsten Aussichtspunkte in unserer erzgebirgischen Heimat. 579 m ü.NN. gelegen, schaut man von dort ins Muldental oder Richtung Auersberg.
Mitte der 30iger Jahre wurde ein Gedenkstein mit der Aufschrift “Allen Verehrern der Natur gewidmet” errichtet.
Der Blick geht weit über Burkhardtsgrün hinaus
Die Burkhardtsgrüner sind bekannt für eine starke Dorfgemeinschaft. Wenn sie etwas verändern oder neu gestalten möchten, packen sie gemeinsam an. So geschehen unter anderem mit dem gestalteten “Dorfblick”. Ein herrlicher Platz ist da entstanden. Die Stelle liegt auf 647 Metern Höhe. Schauen kann man auf Burkhardtsgrün bis hin zu unserem Steinberg und Richtung Auersberg. Genießen sollte man diesen Blick bei einer Rast auf einem überdachten Freisitz. Eine Geschichtstafel informiert über die Historie des Ortes. Der “Dorfblick” liegt am 5,4 Kilometer langen Rundweg um Burkhardtsgrün, der unter anderem an der Kneippanlage vorbei führt.
Die Weckmühle und das Franzkar-Haus
Beide Umgebindehäuser sind im Bereich der Ortsmitte von Zschorlau ein Blickfang und gern gewähltes Fotomotiv. Gehören sie doch auch mit zu den ältesten Häusern.
Die Weckmühle wurde zirka 1636 erbaut. Zunächst bis ungefähr 1890 als Mahlmühle mit Bäckerei von der Familie Weck betrieben, änderte sich insbesondere ab den 1940iger Jahren die Nutzung des Gebäudes. Ausschlaggebender Grund dafür war sicherlich im Jahr 1941 der Verkauf an die Gemeinde. Ab 1942 wurde der obere Bereich als Kindergarten genutzt und die untere Etage an die Rodewischer Firma Heidel, die sich der Herstellung von Windelhosen und Gummibekleidung aller Art widmete, vermietet. Später nutzte der Bauhof das Haus, die Bibliothek, das Trainingszentrum Wintersport und eine Tischlerei. Die Weckmühle litt und verfiel immer mehr. Zum Glück für den Ort beschäftigten sich Gemeindevertreter Anfang der 90iger mit diesem geschichtsträchtigen Komplex und beschlossen eine umfangreiche Rekonstruktion mit dem Ziele, eine Gemeindebedarfseinrichtung entstehen zu lassen. 1997 wurde das “Haus der Vereine” seiner Bestiummung übergeben.
Das Franzkarhaus oder Leistnerhaus genannt
Hier können wir uns auf ein genaues Baujahr festlegen. Sichtbar an der Längsseite des Hauses steht “Johann Henrich Trautzsch den 6. Juli 1681”. Seit seiner Erbauung diente das haus Wohnzwecken, ohne allerdings in den Jahrhunderten sonderlich gepflegt zu werden. Es fanden zwar Um- und Ausbauten statt, die entsprachen aber oft nicht dem eigentlichen Baustil. Bei einer Rekonstruktion im Jahr 1959 wurde ein Teil des Umgebindes freigelegt. 1961 wurde das Franzkarhaus als Denkmal erfasst. Auch im Falle des Franzkarhauses beschäftigten sich die Gemeindevertreter nach der Wende mit dem Fortbestand des Gebäudes. Eine umfassende und fachgerechte Sanierung und Modernisierung konnte 2000 abgeschlossen werden. Neben Wohnungen fand die Kinder- und Jugendbibliothek dort ihren Platz. Letztlich ist ist hier die Klöppel- und Schnitzschule des Erzgebirgskreises, Zweigstelle Zschorlau, untergebracht.

